Bei manchen Büchern fragt man sich, warum sie es nicht auf die Bestseller-Listen geschafft haben. Sie sind spannend, haben unendlich viele Plottwists oder berühren auf ganz besondere Art. Um einigen dieser unbekannten Bücher etwas zu mehr Bekanntheit zu verschaffen, haben wir Ihnen eine Liste mit underrated Büchern zusammengestellt, die Sie garantiert noch nicht kennen.
1. Nora Gomringer: Am Meerschwein übt das Kind den Tod
(7Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Sie hinterlässt drei Kinder und einen Bindestrich. Sie hinterlässt mir ihre Freundinnen, ihre Bibliothek, ihr Unbehagen. Ich schreibe ihr hinterher als vermissende Tochter, als wütende Frau, als verstummte Dichterin und wundere mich, wie wenig sie sich beschwören lässt, wenn ich es will. Sie hat sich - nun himmlisch - endlich emanzipiert. Ich schreibe über meine mannigfaltige Mutter, ihre Weisheit und Komik, ihren Mann, die Sache mit den Meerschweinchen und mich.

Darum lieben wir dieses Buch: "Am Meerschwein übt das Kind den Tod" - allein den Titel finden wir genial - ist ein Nachruf, in dem Nora Gomringer mit Humor gegen das Dramatische anschreibt: den Tod ihrer Mutter. Wer sich für Literatur interessiert, die nicht beruhigt, sondern herausfordert, sollte dieses Buch lesen, das unserer Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
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2. Etaf Rum: Evil Eye
(41Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.

Darum lieben wir dieses Buch: Dieser Roman ist zu Unrecht underrated, denn er gibt tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin Yara. Aus einer palästinensischen Familie stammend, wächst sie in New York auf und kämpft mit zwei Kulturen, unverarbeiteten Traumata und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Große Leseempfehlung!
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3. Liz Nugent: Seltsame Sally Diamond
(3Bewertungen)15
Taschenbuch
18,00 €
Darum geht es: Als ihr verwitweter Adoptivvater kurz vor ihrem 43. Geburtstag stirbt, nimmt Sally Diamond ihn beim Wort: Sie versucht, ihn mit dem Müll zu verbrennen. So wie er es ihr gesagt hat. Ein Fehler, denn nun interessieren sich plötzlich alle für die seltsame Frau, die sich gerne taub stellt, wenn sie unter Menschen geht und am liebsten für sich bleibt: Polizei, Nachbarn, Medien - und eine unheimliche Stimme aus einer Vergangenheit, an die sie sich nicht erinnert. Während sie nach und nach von den schrecklichen Geheimnissen ihrer frühen Kindheit erfährt, nähert sich Sally zum ersten Mal vorsichtig der Welt. Sie übt sich in Vertrauen, schließt Freundschaften, trifft große Entscheidungen und lernt, dass Menschen nicht immer meinen, was sie sagen und nicht immer sind, was sie vorgeben zu sein. Doch wer ist der mysteriöse Fremde, der so viel über sie zu wissen scheint und ihr Nachrichten von der anderen Seite des Globus schickt? Und wieso ist der neue Nachbar so besessen von ihr?

Darum lieben wir dieses Buch: "Seltsame Sally Diamond" ist ein fesselnder Psychothriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Eine düstere, hochspannende und ergreifende Geschichte, die auch in Teilen hart zu lesen ist, denn es geht um Kindesentführung und Missbrauch. Vor allem die Hauptfigur Sally ist uns mit ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit sehr ans Herz gewachsen. Leider ist das Buch noch viel zu unbekannt und wir verhelfen ihm gerne zu mehr Aufmerksamkeit.
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4. Anja Reich: Simone
(69Bewertungen)15
Taschenbuch
14,00 €
Darum geht es: Ost-Berlin, Mitte der achtziger Jahre. Zwei junge Frauen feiern, tanzen, reisen, verlieben sich. Dann fällt die Mauer, und das Leben der Freundinnen verändert sich in rasender Geschwindigkeit. Simone reist durch die Welt, Anja bekommt ein Kind, heiratet, beginnt zu arbeiten. Sie treiben auseinander und verlieren sich doch nicht. Bis zu dem Tag, an dem Simone für immer geht und Anja zurückbleibt.

Darum lieben wir dieses Buch: "Simone" ist ein Genremix aus Memoiren und Recherche, der uns mit in die achtziger und neunziger Jahre Ostberlins nimmt. Vor allem steht aber das Schicksal von Simone im Vordergrund, das sehr schmerzhaft ist und schon auf den ersten Seiten zu Tränen rührt. Dass Anja Reich ihrer Freundin Simone ein Denkmal schafft, berührt und stimmt nachdenklich. Ein aufwühlendes und absolut lesenswertes Buch, das sich förmlich ins Gedächtnis brennt.
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5. Jess Kitching: Opfer Nummer 11
(8Bewertungen)15
Taschenbuch
12,99 €
Darum geht es: Zehn Jahre ist es her, dass Hannah einem brutalen Serienkiller entkommen konnte. Zehn Jahre, in denen sie sich mühsam ein neues Leben aufgebaut hat. Zehn Jahre, in denen sie versucht hat, mehr zu sein als das "Opfer Nummer 11". Endlich will sie die wöchentlichen Meetings mit der Selbsthilfegruppe hinter sich lassen und mit ihrem Mann einen Neustart wagen. Doch dann verschwinden wieder junge Frauen in dem kleinen englischen Ort. Ihre ausgebluteten Leichen lassen Hannah ihre schlimmsten Ängste wieder durchleben. Sie weiß, der Täter ist eigentlich hinter ihr her. Damals konnte sie überleben - doch reicht ihr Glück auch ein zweites Mal?

Darum lieben wir dieses Buch: "Opfer Nummer 11" ist ein Thriller, der jedoch nicht mit actionreichen Plottwists aufwartet, sondern durch psychologische Feinheiten, die nicht weniger spannend sind. Ein absolut gelungenes Verwirrspiel mit gut ausgearbeiteten Figuren, der von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält.
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6. Laurent Petitmangin: Was es braucht in der Nacht
(36Bewertungen)15
Buch (gebunden)
20,00 €
Darum geht es: Fus und Gillou, 10 und 7, sind sein ganzer Stolz. Doch als seine Frau stirbt, steht er mit seinen Jungs allein da. Die Arbeit als Monteur, Haushalt, Erziehung: Er gibt sein Bestes, bringt die Jungs zum Fußball, zeltet mit ihnen in den Ferien. Die ersten Jahre läuft alles glatt. Nur Fus wird in der Schule schlechter, sodass er danach nicht in Paris studieren kann. Der Vater tröstet sich damit, dass sein Ältester nicht wegzieht - bis er entdeckt, dass der 20-Jährige neuerdings mit einer rechtsextremen Clique rumhängt. Wie fühlt man sich, wenn der Sohn in falsche Kreise gerät? Was kann man tun? Er weiß sich nicht anders zu helfen, als mit erbittertem Schweigen seine Missbilligung kundzutun. Ein Drahtseilakt, der in einer Tragödie gipfelt.

Darum lieben wir dieses Buch: Dieser in weiten Teilen noch unbekannte Roman geht unter Haut, denn die Geschichte über die Entfremdung zwischen Vater und Sohn schafft Laurent Petitmangin so realistisch darzustellen, dass man selbst das Gefühl hat, inmitten dieses Familiendramas zu stecken. Das perfekte Buch für alle, die einen realistischen Einblick in Nationalismus, Rechtsruck und Armut erhalten möchten.
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7. Petra Piuk: Hotel Love
(13Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: Die Männerpartei ist an der Macht. Frauenrechte werden über Nacht abgeschafft. Propagiert wird die "neue Familie", bestehend aus einem Mann, einer Roboterfrau und einem künstlich produzierten (menschlichen) Sohn. Der Reality-Star Roman ist besessen von seiner Ex-Freundin Julia und erschafft sich eine Androidin nach Julias Vorbild - perfekt aussehend, gehorsam, dazu programmiert, Roman glücklich zu machen. Anfangs fasziniert, aber zunehmend genervt, erkennt Roman, dass auch die perfekte Julia nie die echte sein wird. Die Androidin versucht herauszufinden, was Roman unter Liebe versteht, und beginnt - in bester Absicht - Romans Verhalten zu spiegeln. Wird Roman jemals glücklich sein?

Darum lieben wir dieses Buch: "Hotel Love" ist eine bitterböse Satire, bei der wir komplett abgebrochen sind vor Lachen. Wenn Männer sich Frauen plötzlich bauen können, haben sie natürlich große Brüste, schmale Taillen, sind klug - aber nicht klug genug, um Widerworte zu geben und eine eigene Meinung zu haben. Köstlich! Feministische Pflichtlektüre und bis zum Schluss erheiternd.
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8. Jasper Fforde: Wie die Karnickel
(35Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: Das britische Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, war immer ein Hort des Friedens. Sauber. Traditionell. Die Menschen aufrecht und beflissen. Doch dann kommen sie. Mit ihrer seltsamen Religion, ihrer aggressiven veganen Agenda und viel zu vielen Kindern. Zwar geben sie sich ruhig und friedliebend, aber wer weiß, wie lange noch? »Sie« sind eine Familie vermenschlichter Kaninchen - das Ergebnis eines unerklärlichen Ereignisses vor rund einem halben Jahrhundert. Ihr Nachbar, der langjährige Dorfbewohner Peter Knox, muss sich entscheiden: Kann er Zaungast der Entwicklung bleiben und weiterhin eine ruhige Kugel bei der RabbitCompliance Taskforce schieben oder soll er den neuen Nachbarn beistehen, denen, wie allen anderen 1, 2 Millionen Kaninchen im Vereinigten Königreich, die Zwangsumsiedlung nach Wales droht?

Darum lieben wir dieses Buch: In "Wie die Karnickel" spielt der postmoderne Fantasy- und Bestseller-Autor Jasper Fforde alle Mechanismen von Rassismus und Xenophobie klug und unterhaltsam durch, und zwar in einer absurd-komischen Parallelwelt, die - abgesehen von vermenschlichten Kaninchen - der unseren doch erschreckend ähnelt. Großer Geheimtipp, den wir jedem nur ans Herz legen können.
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9. Hubertus von Prittwitz: Skarabäus
(17Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: Die Bürde der Familientradition derer von Rittersgrün und Täuber wiegt schwer. Denn die männlichen Nachkommen sind verpflichtet, die Tradition zu ehren und fortzuführen. Das ist nicht leicht in einer Welt, in der die individuelle Entwicklung des Einzelnen immer wichtiger wird und traditionelle Werte in den Hintergrund treten. Das bekommt auch der achtjährige Friedrich zu spüren: Nach der Trennung der Eltern lebt Friedrich bei seinem Vater und dessen neuer Frau. Seine Schwester Beatrix geht mit der Mutter - Friedrich bleibt von beiden wie von einer unüberwindbaren Mauer durch den Vater und den Geheimdienst getrennt.

Darum lieben wir dieses Buch: Ein kafkaesker Thriller über Adel, Spionage und eine irrwitzige Familiengeschichte. Hubertus von Prittwitz schildert in seinem autofiktionalen Roman die aberwitzige Lebensgeschichte Friedrichs, der zwischen dem Kontrollwahn seines Vaters und dem Missbrauch seiner Stiefmutter aufwächst. Als der Vater als Diplomat nach Indien versetzt wird, erlebt Friedrich zum ersten Mal Freiheit. Ein berührendes Buch, das stark underrated ist, und das wir sehr empfehlen können.
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10. Oliver Lovrenski: bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann
(88Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Sie sind jung, voller Ängste, Pillen und Hoffnung. Ihre Eltern leben in der Peripherie, Polizei und Jugendamt sitzen ihnen im Nacken, die Schule ist ein Angebot, das sie dankend ausschlagen. Ivor, Marco, Jonas und Arjan sind rastlos, zwischen den schicken Bars und hyggeligen Cafés Oslos gibt es keinen Platz für sie. Also treiben sie sich auf den Straßen, in improvisierten Gyms und einem maroden Einkaufszentrum herum und geraten Tag für Tag, line für line tiefer in eine Welt des Rauschs, der Gewalt und Kriminalität. Die Liebe zueinander macht sie unbesiegbar - bis einer von ihnen zu weit geht und ihre unheile Welt vollends zerbricht. Oliver Lovrenski, der zwanzigjährige Sensationsautor aus Norwegen, zieht uns hinein in eine atemlose, brutale Jugend und offenbart Zärtlichkeit, wo niemand sie erwartet.

Darum lieben wir dieses Buch: "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann" ist ein moderner Großstadtroman, der temporeich und intensiv ist. Oliver Lovrenski, der zwanzigjährige Sensationsautor aus Norwegen, zieht uns hinein in eine atemlose, brutale Jugend und offenbart Zärtlichkeit, wo niemand sie erwartet. Ein starkes Debüt, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.
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